Erkundung des Kohlekraftwerks Arzberg

Im Rahmen des Projekts „Bamberger Surfschulen“ erkundeten die beiden achten Klassen der Hauptschule Burgebrach das Kohlekraftwerk in Arzberg. Zuvor machten wir einen Besuch in Bayreuth

Während einer zweistündigen Führung lernten wir das Gebäude und seine Funktionen genau kennen.

Im Kohlekraftwerk arbeiten 220 Beschäftigte auf vier Schichten rund um die Uhr, um den optimalen Arbeitsverlauf zu kontrollieren. In Arzberg werden ca. 20% des EVO - Stroms produziert. Dadurch deckt es den Strombedarf von Oberfranken.

Das Kraftwerk, das im Jahr 1914/15 gebaut worden ist, wurde als eines der ersten als Großkraftwerke bezeichnet. Es liegt am Ostrand des Fichtelgebirges, an der Bahnstrecke Nürnberg - Eger. Die Lage bestimmte einmal die Nähe zum böhmischen Braunkohleabbaugebiet, dem 40 km entfernten Gebiet Sokolov und auch der Fluss Röslau, der das benötigte Wasser liefert. Früher erzeugte das Kraftwerk in zwei Blöcken je sechs Megawatt (MW). Heutzutage beträgt die Stromerzeugung 502 MW. Täglich werden 80 Waggons Hartbraukohle, das sind ca. 4000 Tonnen, verbrannt. Ein Waggon ist in ca 5 Sekunden entladen

Während des Rundganges erfuhren wir viel Interessantes und Wissenswertes zum Thema Strom. Ein Thema war die Frage, wie aus dem braunen Kohlenstaub der Strom in die Steckdose gelangt. Die Kohle wird bei einer Temperatur von 1400 °C verbrannt , dadurch wird das Wasser erhitzt, das schließlich verdampft. Die Wasserdampftemperatur beträgt 535°. Der Wasserdampf erzeugt Druck von 180 bar. Dadurch werden die Turbinen angetrieben. Diese bewegen den Generator, der letztendlich die Bewegungsenergie in elektirsche Energie umwandelt. In den Kühlwasserspeichern befinden sich ca. 124 Mio. Kubikmeter Wasser.

Braunkohlekraftwerke galten lange als Dreckschleudern und Umweltverschmutzer. Das Kraftwerk in Arzberg hat so gute Filteranlagen, dass die Umwelt praktisch nicht belastet wird.

Die Abgasreinigung des Kraftwerks besitzt einen hohen technischen Standard.

Zunächst wird die verbrannte Asche elektromagnetisch gefiltert.

Nun wird Aktivkohle zugesetzt. Diese bindet Schwefeldioxid. Aktivkoks zerlegt die Stickoxide unter Beimischung von Ammoniak in Stickstoff und Wasser. Die mit Schwefeldioxid gebundene Kohle wird wieder erhitzt. Dadurch wird der Aktivkoks gereinigt. Der Schwefelgas wird umgewandelt in Schwefelsäure. Die Luftreinigung von Schwefeldioxid beträgt 99,8% , von den Stickoxiden werden 70% entfernt.

Das Abfallprodukt Asche ist ein sehr begehrter Rohstoff in der Zementindustrie, die Schwefelsäure findet in der chemischen Industrie Verwendung.

Weitere Informationen sind der Homepage des EVO - http://www.evo.de/ - zu entnehmen.

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