Mittwoch, 12. Sep. 2001
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Werbeverbot für Getreideheizung

Düsseldorf/Soest (jwl). Die Verbrennung von Getreide zur Energiegewinnung: Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe untersucht zurzeit auf dem Versuchsgut Haus Düsse bei Soest die thermische Verwertung von Weizen oder Gerste (wir berichteten). Jetzt tritt Thomas Griese, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium die Bremse.

In einem Brief an die Kammer hat er unter anderem dazu aufgefordert, nicht mehr verstärkt öffentlicht über die Getreideheizung zu berichten – vor allem nicht in Zusammenhang mit Brot- oder Futtergetreide. Bisher wird auf der Düsse die Verbrennung von Abfallgetreide getestet. Doch bei den derzeitigen Ölpreisen sei, so Experten auch eine Verbrennung von normalen Getreide, wie Weizen, wirtschaftlich. Um einen Liter Öl (Preis: rund 70 Pfennig) zu ersetzen sind 2,2 Kilo Weizen (Preis: 46 Pfennig) notwendig.



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Der Vorstoß Grieses stehe in direktem Zusammenhang mit einem Brief des Naturschutzbundes BUND-Landesverbandes NRW, an Griese, heißt es in Düsseldorf. Dieser macht darin offiziell ethische Bedenken gegen das Verheizen von Getreide geltend.

Inoffiziell geht man in Düsseldorf aber davon aus, dass es dem BUND weniger um ethische Bedenken geht. Vielmehr hätten Vertreter des BUND die Befürchtung geäußert, dass durch den Anbau von Getreide zum Verheizen dem Naturschutz Flächen verloren gehen würden. Bisher sind Landwirte dazu verpflichtet, zehn Prozent ihrer Flächen brach liegen zu lassen (was die meisten Bauern auch tun) oder sie alternativ mit nachwachsenden Rohstoffen wie Raps zu bebauen. Werde die Getriedverheizung salonfähig, so Kritiker, würden vermehrt Flächen für den Energie-Getreidanbau genutzt.

Mehr im Internet: www.duesse.de, www.getreideheizung.de

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